Mitgliederversammlung des ZVDS am 6. April 2016 in Hamburg


(6.4.16) Die Mitgliederversammlung des Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. (ZVDS) begrüßt den neuen Bundesverkehrswegeplan und fordert dessen zeitnahe Umsetzung. Fehlende Investitionen in die Infrastruktur sind aus Sicht des ZVDS das größte Wachstumshemmnis

„Der Erhalt und der Ausbau der seewärtigen Zufahrten sowie der Hinterlandanbindungen sind für die deutschen Hafenstandorte ein echtes Marktbedürfnis. Kommt es hier zu weiteren Verzögerungen, ist der Wettbewerb zu den Südhäfen und Osthäfen kaum noch zu gewinnen“, so fasst der ZVDS-Vorsitzende, Christian Koopmann, die gegenwärtige Lage in seiner Begrüßungsrede anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung des Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. in Hamburg zusammen. Daher begrüßt der ZVDS die Vorlage des Bundesverkehrswegeplans auch ausdrücklich.

Koopmann weiter: „Nun sind die erforderlichen Haushaltsmittel vorhanden und der politische Wille ist da. Allerdings fehlt es sowohl auf der Bundesebene als auch in vielen Ländern an den erforderlichen personellen Planungskapazitäten und hier liegt auch der eigentliche Engpass. Keinesfalls darf der Bund fehlende Planungskapazitäten als Ausrede dafür nutzen, dass keine Mittel abgerufen werden. Vielmehr sollte der Bund im Rahmen seiner Möglichkeiten dafür sorgen, dass die notwendigen perso-nellen und technischen Kapazitäten vorhanden sind.“

Aber nicht nur die schleppende Entwicklung der Infrastruktur bereitet den Schiffsmaklern Sorge, son-dern auch die weiterhin schwachen Charter- und Ratenniveaus. Koopmann abschließend: „Leider blieben diese Veränderungen auch für uns Makler und Agenten nicht ohne ernsthafte Folge. Sinkende Frachten und Raten drücken nicht nur auf die Margen unserer Mitglieder, sondern brachten so manches Geschäftsmodell ins Wanken. Geschäftsaufgaben und Unternehmenszusammenschlüsse waren vielfach die Folge. Und mit Blick auf die weiterhin wachsende Weltflotte ist auch nicht mit einem baldigen Ende dieser Entwicklung zu rechnen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Zeit der Markt-konsolidierung noch ein wenig anhalten wird.“

Zumindest personell besteht bei dem ZVDS kein Engpass. Nach den turnusgemäßen Wahlen besteht der Vorstand des Verbands für die kommende, dreijährige Legislaturperiode aus folgenden Mitgliedern: Christian Koopmann  (Vorsitzender), Jens B. Knudsen (stellv. Vorsitzender), Herbert BIbow (Schatzmeister), Torsten Meinke (Beisitzer) und Jan Wollschläger (Beisitzer)

Als Gastredner sprach der künftige Präsident  der Federation of National Associations of Shipbrokers and Agents (FONASBA), des weltweiten Maklerverbandes, John Foord, vor den rd. 100 Teilnehmern im Rahmen des traditionellen Abendessens mit Gästen. In seiner Rede skizzierte er die Herausforde-rungen, denen sich die Agenten und Makler derzeit weltweit ausgesetzt sehen. Zudem sprach er über seine Erwartungen an das anstehende Referendum der britischen Bevölkerung zum Verbleib in der Europäischen Union.

Bereits einige Stunden zuvor trafen sich die Mitglieder der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten e.V. (VHSS) zu ihrer Mitgliederversammlung und berieten sich über die aktuellen Themen. In diesem Zusammenhang kritisierte der Verband auch die lückenhafte IT-Infrastruktur auf der Verwaltungsseite. Hierzu Koopmann abschließen: „Leider müssen wir feststellen, dass den Maklern und Agenten immer mehr Meldepflichten auferlegt werden, die auf dem digitalen Wege zu erfüllen sind. Diese macht aber nur Sinn, wenn auch die Verwaltungsseite über eine leistungsfähige und effiziente IT-Struktur verfügt. Davon sind wir in der Praxis leider noch in vielen Fällen weit entfernt. Und dieses Defizit führt zu Mehrarbeiten und höheren Kosten. Es bleibt zu hoffen, dass man auch in Deutschland dazu gelernt hat und neue digitale Meldepflichten erst eingeführt werden, wenn auch die Verwaltungsseite über den notwendigen technischen und rechtlichen Rahmen verfügt.“