ZVDS erwartet klares Bekenntnis zur maritimen Infrastruktur


Im Rahmen ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung des Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e.V. (ZVDS) am 18. März blickten die Schiffsmakler und Schiffsagenten mit Sorge auf den Zustand der Infrastruktur. „Ob an der Elbe, Ems oder Weser - überall stockt der notwendige Ausbau der maritimen Infrastruktur, und das, obwohl die Schiffe immer größer werden und das Ladungsvolumen stetig steigt,“ so fasst der ZVDS-Vorsitzende, Christian Koopmann, die gegenwärtige Lage zusammen. Alle Prognosen und Gutachten zeigen, der Ausbau von Wasserstraßen und Hinterlandanbindungen ist ein echtes Marktbedürfnis.

 

Koopmann weiter: „Wenn der Bund seine eigenen Prognose zur Entwicklung des Güterauf-kommens wirklich ernstnimmt, dann muss dem Ausbau der Verkehrswege von und zu den Seehäfen höchste Priorität eingeräumt werden und zwar unabhängig davon, ob sie an der Nord- oder Ostsee liegen. Dabei darf sich die Politik nicht nur auf die Realisierung der be-kannten Großprojekte reduzieren, sondern muss kleinere Projekte wie, z.B. den Elbe-Seiten-Kanal oder den Elbe-Lübeck-Kanal, mit einschließen. Denn wenn wir das politische Ziel, die Güter runter von der Straße auf das Schiff bekommen zu wollen, erreichen möchten, müssen wir auch die notwendige Infrastruktur schaffen.“

 

Aus Sicht des ZVDS macht es keinen Sinn, in Reden und auf Kongressen die Förderung des Seeverkehrs und insbesondere des Kurzstreckenseeverkehrs zu fordern, wenn de facto die Anbindung von Seehäfen, wie z.B. Lübeck oder Hamburg, an das Binnenwasserstraßennetz abgeschnitten wird.

 

Koopmann weiter; „Durch die Vernachlässigung von vermeintlichen Nebenstrecken, wie dem Elbe-Seitenkanal oder dem Elbe-Lübeck-Kanal nimmt man den Seehäfen den Zugang zum Binnenwasserstraßennetz und lädt geradezu zu einer Güterverlagerung - weg vom Schiff, hin zur Straße - ein, was politisch nicht gewollt sein kann. Wer also eine Güterverlagerung auf das Schiff möchte, muss auch die notwendige Infrastruktur schaffen und bestehende Wettbewerbsnachteile, die sich z.B. durch die SECA-Regeln für die Schifffahrt ergeben, ausgleichen.“

 

Aber nicht nur die Infrastruktur bereitet den Schiffsmaklern Sorge, sondern auch die zunehmende Bürokratie. Koopmann abschließend: „Leider müssen wir feststellen, dass immer mehr Aufgaben auf die Makler und Agenten, insbesondere im Zollrecht, abgewälzt werden, obwohl dies oftmals nicht in deren Verantwortungsbereich liegt. Hier gilt es einen fairen Ausgleich zwischen den Interessen der Zollbehörden und der Wirtschaft zu finden.“